Fast 100 Jahre Villa Wille -
die Chronik des Hotels Eberwein
Am 12. November 1910 reichte Hermann Wille seinen Bauantrag bei der Baubehörde in Swakopmund ein. In sauberer, geschwungener Sütterlin Handschrift steht geschrieben:
An die Baupolizei Behörde Swakopmund
Ich beabsichtige auf meinen von der D. Kolonial- Ges. käuflich erworbenen Grundstücke Ecke Kaiser Wilhelm- und Otavistrasse Eingeborenenwohnungen und Nebengebäude zu errichten und bitte die wohllöbliche Baupolizei mir nach der anliegenden Skizze die Bauerlaubnis zu erteilen.
Ergebenst
Hermann Wille
Der Name Hermann Wille war schon damals bekannt in Swakopmund, da viele eindrucksvolle und elegante Gebäude von ihm gebaut wurden. So stehen noch heute neben seinem Wohnhaus "Villa Wille" die von ihm 1909 erbaute Adlerapotheke und die ebenfalls 1909 durchgeführte Erweiterung des Hotels Fürst Bismarck. Besonders das von ihm 1911 erbaute Pfarrhaus und die gegenüberliegende 1913 von ihm errichtete Deutsche Schule mit ihrem Mansardendach und gut gestalteter Fassade bilden eine gelungene architektonische Einheit. Hier zeigen sich deutlich die hervorstechenden Stilelemente von Hermann Wille. Gegenüber dem ` rustikaleren' Kolonialstil früherer Bauten in Swakopmund integrierte er mehr und mehr Stilelemente des Neubarocks und insbesondere des Jugendstils, die entscheidend die Eleganz seiner Bauten hervorhoben. Die Evangelisch- Lutherische Kirche und das Pfarrhaus wurden 1978 zu Nationaldenkmälern erklärt.
• 1928 Neuer Besitzer der Villa wurde Hr. Hänicke
• 1975 Hat man es als Arztpraxis eingerichtet
• 1979 wurde Fr. Hänicke Besitzerin des Hauses
• 1982 Neuer Besitzer wurde Hr. J.J. Terblanche
• 1998 Neuer Besitzer wurde Gerhard Eberwein
Umbau der Villa Wille zum Hotel Eberwein
Am 25. März unterzeichnete Gerhard Eberwein den Kaufvertrag für die Villa Wille. Er entwickelte ein Konzept für den Umbau in ein Hotel:
• Auf dem Grundstück soll ein Hotel Garni der oberen Mittelklasse errichtet werden.
• Die Außenansicht wird dem bestehenden Gebäude angepasst, d.h. der Baustil aufgenommen und weitergeführt, sodass ein geschlossenes Ensemble entsteht.
• Im Altbau Erdgeschoss sind Küche, Lounge, Bar, Rezeption und Speiseraum unterzubringen.
• Das Obergeschoss im Altbau sollte wenig verändert werden und Suiten oder Doppelzimmer für Gäste vorsehen.
• Wichtigste Baumaßnahme ist der Neubau von ca. 16 Doppelzimmern in ausreichender Größe und Qualität, damit Gäste sich wohl fühlen können.
• Zur Unterbringung der PKW ist eine Tiefgarage notwendig.
Am 4. Januar 1999 erteilte die Stadtbehörde von Swakopmund die Genehmigung zum Umbau der Villa Wille zum Hotel.
Anfang Februar beginnt Horst Fritze mit dem Umbau der alten Villa. Im Altbau werden zuerst vorsichtig einige Wände und der Fußboden im Erdgeschoss entfernt. Es zeigte sich sofort, dass das Haus sehr solide gebaut war. Obwohl das Haus 90 Jahre auf Sand stand, waren keine Risse oder morsche Balken zu entdecken. Im unterlüfteten Fundamentbereich wurden alte Zeitungen aus den Jahren 1908/09 gefunden. Die Arbeiten gingen flott voran und wurden
Dezember 1999 abgeschlossen.
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